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Abenteuer 2018-19

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ZwanzigTage Urlaub in einem Stück, davon träumen in Deutschland viele Menschen. Manche von ihnen können oder  wollen nicht verreisen. Ich sitze hier und weiß nicht, wie ich es schaffe mir alles Interessante und Sehenswert anzusehen. Zu viel möchte ich sehen aber die Zeit reicht nicht aus. Na ja, für die übliche Touristen-Meile hat es heute wieder gereicht. Um das „Nachtleben“ zu genießen liegt das Hotel zu weit vom Zentrum entfernt. Außerdem soll es morgen den ganzen Tag kräftig regnen. Da gilt es schon am Nachmittag die Sachen gut zu verpacken. Es ist zwar morgen nur eine kurze Strecke von ca. 300 km, aber das kann schon reichen, dass alle Sachen im BMW Koffer nass sind. Und wir haben keinen Ruhetag mehr. Aber jetzt geht es Schlag auf Schlag!

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Ich hätte beinahe verschlafen, komme aber pünktlich kurz vor 9 Uhr zum Frühstück. Es hatte ein wenig genieselt, so dass wir zum Europa-Park fahren können. Auf ca. 50 ha stehen hie 100 Skulpturen verschiedener Künstler aus aller Welt. Ein wenig die Seele baumeln lassen, denn die Skulpturen lassen viel Spielraum für Gedanken offen. Durch herrliche und kurvenreiche Straßen geht es die ersten 80 km bis zur Autobahn. Dann fängt der erwartete Regen an. Wir müssen eine Wetterfront von über 100 km durchqueren, in der einiger Regen fällt. Deswegen lassen wir Tauroggen aus. Das Denkmal könnte ich aus dem Kopf nicht wiederfinden und weil das Interesse eher mäßig war, habe ich mich auch nicht sachkundig gemacht. So bleibt dieses Symbol deutscher Zivilcourage und Verständigung über geistige, militärische und politische Grenzen hinweg zum Wohle von tausenden Menschen in meinem Gedächtnis. Zweimal war ich schon da und jedes Mal war ich erfreut über den Obelisk, den die Nachkommen der Feldherren York und Diebitsch hier aufstellen haben lassen. Wenn ich sage, dass wir den Rhythmus gefunden haben, dann gehört auch die abendliche Streckenplanung für den nächsten Tag dazu. Weil aber auf der heutigen Strecke nicht viel los ist und morgen der Höhepunkt dieser Tour sein soll, checken wir um 16 Uhr im Hotel in einem Vorort von Kleipeda ein und beginnen die Vorbereitungen. Gegen Abend gehört ein Kurzbesuch des Zentrums von Memel dazu. Auf dem Theaterplatz singen wir zwar nicht das Lied vom Ännchen von Tharau, aber lassen es uns gut gehen.

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Entspannt genießen wir das Frühstück. Eine kleine Wetterfront soll uns heute am Nachmittag für 2 Stunden lahmlegen. Aber entspannt fahren wir durch die Altstadt von Memel/Kleipeda und brachen an der Fähre zur Nehrung nicht warten. Auf der anderen Seite genießen wir die Landschaft. Die 50 km bis zur Grenze fahren sich schön. Als Lübecker gehört es dazu, im Grenzort Nidden/Nidda das Sommerhaus von Thomas Mann zu besuchen. Wie nicht anders zu erwarten ist gerade eine deutsche Reisegruppe eingetroffen, der wir uns anschließen.

Unmittelbar nach der Grenze, deren Übertritt überraschend schnell in etwas mehr als ½ Stunde dauert, fängt der Regen an. Die Besichtigung der großen Düne fällt damit buchstäblich „in das Wasser“. Völlig durchnässt erreichen wir nach weiteren 40 km das Ende des russischen Nationalparks. Seltsamerweise hat es hier kaum geregnet. Es macht keinen Sinn, die 40 km zurück zu fahren um die Düne zu sehen. Also fahren wir nach Königsberg/Kaliningrad. Das Hotel ist ein IBIS und recht gut. Nach dem Akklimatisieren treffen wir uns kurz vor 20 Uhr zum Bummel und Abendessen. Es ist viel los, an diesem Sonntagabend. Trotzdem wirkt diese Stadt auf uns trostlos und unorganisiert. Als ich erzähle, wo das Schloss gestanden hat, welches einst der Glanz Preussens und Deutschlands war, ist die Nachdenklichkeit groß. Seit über 20 Jahren steht auf dem planierten Gelände eine Hochhaus-Bauruine. Wir essen im deutschen Restaurant zu Abend. Leider ist kein deutscher Gast anwesend. Bereits kurz nach 22 Uhr sind wir wieder im Hotel. Dort erreicht mich der Anruf der Rezeption. Bei der Durchsicht der Meldeunterlagen hat das Hotel festgestellt, dass Petras Visum nur noch heute gültig ist. Zunächst nehme ich es als Scherz und rechne mit der Kulanz der Behörden. Trotzdem rufe ich sicherheitshalber die Notfallhotline der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau an. Deren Auskünfte veranlassen uns sofort alle Sachen zu packen und das Land noch vor 24 Uhr zu verlassen. Diese Geschichte gehört zu den größten Abenteuern meines Lebens! Das Glück ist uns hold und wir erreichen mit Benzin für 20 km und weniger als 5 Minuten vor Mitternacht die polnische Grenze.

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Da stehen wir nun. Bis zum nächsten kleinen Ort sind es 15 km. Benzin reicht für 20 km. Die Kontrolle auf polnischer Seite war sehr streng, denn wer kommt „auf dem letzten Drücker“ noch über die Grenze?! Wir haben kein polnisches Geld und können nicht telefonieren. Also los. Im Ort gibt es zwei Hotels. Beim ersten klopfen wir die Nachtwache raus und werden abgewiesen. Beim zweiten haben wir mehr Glück.

Der Rest ist schnell erzählt. Meine Kreditkarte ist gesperrt worden. Zum Glück habe ich noch die Visa-Card und kann tanken. Bei schönem Wetter gehen wir auf die Strecke. In der Nähe von Elbing/Elblag trennen wir uns. Ich habe von vornherein keine Lust gehabt noch eine Übernachtung in Danzig zu machen. Die 800 km von der Grenze bis nach Hause kann man auch in einem Stück durchfahren. Petra bleibt in Danzig. Sie will noch was erledigen. Anscheinend war die gesamte Tour für sie sehr anstrengend, denn sie muss danach noch einmal Zwischenübernachten. Ich komme mit vielen Pausen nachts um 22.30 zu Hause an. Wie immer nach solchen Touren bin ich „etwas“ durchgefroren, denn die letzten 100 km hatte es wieder geregnet. Tja, das wars denn auch!

   

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