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Abenteuer 2018-19

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Pünktlich noch vor 12 Uhr verlassen wir Petersburg. Wie immer schleicht sich bei mir ein gemischtes Gefühl ein: zu viel könnte man sich noch einmal ansehen. Aber der Nachteil einer Reise zu zweit ist, dass man nur die Hälfte machen kann. Ich habe Hoffnung, diese Stadt nochmals zu sehen.

Regen zieht auf und wiederwillig ziehe ich mir bereits bei den kleinsten Tropfen Regensachen über. Später werde ich froh sein, so gehandelt zu haben. Aber komisch ist es schon sich wie ein Schönwetterfahrer zu benehmen. Kurz vor der Grenze nochmals tanken und die letzten Rubel ausgeben. Dann die „Zone“. In kurz über zwei Stunden sind wir bei heftigem Nieselregen durch. Auf estnischer Seite nochmals die Fahrgestellnummer kontrollieren und man könnte Petra glatt ein anderes Motorrad unterjubeln: sie weiss nicht, wo die Fahrgestellnummer zu finden ist. Wir machen nach der Grenze noch eine kleine Pause um den strömenden Regen zu „genießen“. Leider will er nicht aufhören, so dass wir nach einer Stunde weiter fahren.

Je näher wir Tallinn kommen, desto trockener werden die Straßen. Unser Hotel kostet ca. 50 Euro je Nacht und liegt ein wenig gewöhnungsbedürftig in einem Fabrik-Komplex. Ein Restaurant gibt es nicht und der Frühstückraum verspricht einiges. Im nahen Grill muss am Tresen bestellt und sofort bar bezahlt werden um Zechprellerei vorzubeugen. In Tallinn wohnen ca.40% Russen von denen über die Hälfte keinen estnischen Pass und damit keine Arbeitserlaubnis besitzt. Dadurch werden sie auch in der Arbeitslosenstatistik nicht geführt. Man kann also zu den offiziellen Zahlen gerne 20 -30 % dazu addieren. Tallinn hat ca. eine halbe Million Einwohner.

Im Fernsehen laufen Nachrichten. Morgen ist Nationalfeiertag: 100 Jahre Unabhängigkeit und 30 Jahre singende Revolution werden gefeiert. 1988 sangen 300 000 Estinnen und Esten öffentlich auf dem Sängerfestplatz neben den vielen Volksliedern auch die damals verbotene estnische Nationalhymne und leiteten so und mit vielen anderen singenden Aktionen den Abzug der sowjetischen Streitkräfte ein. Ob wir bei unserem Kirchentag mehr als 3 000 Menschen zum Singen anregen können?

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Das Hotel ist für deutsche Verhältnisse etwas sehr einfach. Einziger Trost ist, dass es morgen noch schlimmer wird. Es regnet den ganzen Nachmittag, so dass man in der Stadt nichts machen kann. Bonjour Tristesse!

Das Frühstück war in Ordnung. Dann in die Stadt. Ca. 15 Minuten Fußweg sind in Ordnung. Überblick verschaffen mit der „Bimmelbahn“ und dann alles ablaufen. Tallinn ist relativ weitläufig und bietet viel. Besonders dann, wenn man Mittelalter mag, ist diese Stadt sehr reizvoll. Aber man merkt, dass diese Stadt, im Gegensatz zu Lübeck, vom Tourismus lebt. Und man merkt an den diplomatischen Vertretungen, dass man in der Hauptstadt eines Landes ist. Es wird viel deutsch in den Straßen gesprochen und man bekommt leicht Kontakt. Alle Sehenswürdigkeiten aufzulisten lohnt sich an dieser Stelle nicht. Das kann man gerne in jedem Reiseführer nachschlagen! Schade nur, dass das Wetter nicht mitspielt. Städtereisen sind eben anders!

   

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