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Abenteuer 2018-19

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Ein Tag nach meinem Geschmack! Nachdem um 3 Uhr die Nachtruhe begann war es angenehm, um 10 Uhr abgeholt zu werden. Unsere Reiseleiterin heute, die uns mit dem Taxi abholte, war eine junge Frau, Ende 20, untersetzt (die hohen Absätze machten sie nicht wirklich größer) und gut aussehend. Dank der Vorbuchung konnten an der Schlage von nur 50 Menschen vorbeigehen, es ist Nachsaison. Im Katherinenpalast konnte sie ausreichend aber kompetent erklären. Als Fluglotsin ist sie in der Freizeit Führerin durch die Paläste des Zarendorfes. Leider waren wir nur wenige Touristen im Bernsteinzimmer, so dass man sofort merkte, wenn wir fotografieren wollten. Petra erkundigte sich beim Bummel durch den Park nach einigen Details zum Leben in Russland und viele meiner Behauptungen wurden bestätigt. So beträgt das Arbeitslosengeld ca. 5000 Rubel wobei ca. 3000 Rubel Fixkosten für die (Sozial-)Wohnung in irgendwelchen heruntergekommenen Gegenden zu rechnen sind. Damit kostet mein Zimmer pro Nacht so viel wie ein Arbeitsloser im Monat zum Leben hat (ein Euro sind derzeit ca. 75 Rubel).In den Hochhäusern mit über 20 Etagen am Stadtrand befindet sich im Erdgeschoss immer eine Grundschule und ein Kindergarten. Die Wohnungen sind überwiegend Einraumwohnungen mit ca. 30 m², in denen zwei Generationen wohnen um die Miete von durchschnittlich 75 000 Rubel bezahlen zu können. Als Kaufobjekt kosten die Wohnungen mehrere Millionen Rubel, allerdings ist der Staat für die Gemeinschaftseinrichtungen wie Flure und Grünanlagen verantwortlich. Privater Wohnungsbau von Hochhäusern in der Stadt ist aussserordentlich selten und schier unbezahlbar. Deshalb vermieten viele Menschen im Sommer die Wohnungen an Touristen und wohnen selber bei Freunden oder auf dem Lande.

Wir lassen uns am Winterpalais absetzen. Die Alexandersäule erhebt sich majestätisch über uns. Sie ist ein über 24 m hoher Monolith aus Granit und steht frei und ohne Verankerungen auf ihrem Podest. Nach einer kurzen Pause geht es zur Kirche auf dem Felde des Heiligen Blutes. Die Geschichte der Kirche ist einfach: Alexander II schaffte die Leibeigenschaft ab und gab den Menschen in Russland ein menschenwürdiges und humanes Leben (für die damalige Zeit). Mit der neu gewonnenen Freiheit gründeten sich revolutionäre Zirkel, die den Zaren nach dem Leben trachteten und ihn letztendlich durch eine Bombe und durch Schüsse umbrachten. Als Reaktion darauf ließ der Nachfolger, Alexander III, diese seltsame Kirche bauen, die das alte Russland verkörpert. Die philosophische Betrachtung über diese Geschichte überlasse ich dem Leser!

Wir gehen noch kurz bei der Lutheraner Kirche vorbei, die während der Sowjet-Zeit ein Schwimmbad war. Herr Pastor  erklärt uns das Leben in der Gemeinde und die Kirche. Als eine der wenigen Deutschen bekommen wir auch das Schwimmbecken und den Keller unter dem Schwimmbecken zu sehen. Das ehemalige Schwimmbecken wurde nämlich mit einem Deckel versehen. Höhepunkt des Abends ist eine Theateraufführung eines Experimental-Theaters im Schwimmbecken. Der Baukörper der Kirche gehört dem russischen Staat, der viel für die Erhaltung ausgibt. Für die Gottesdienste steht der Körper der Kirche der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung. Sie darf keine Einnahmen generieren, muss aber die Unterhaltskosten aus Spendengeldern finanzieren. Deshalb sind Teile der Kirche an eine private Organisation kostenlos vermietet, die Konzerte oder Theateraufführungen organisiert. Dafür erhält die Kirche Spenden. Also alles ganz einfach!

   

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