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Mongolei 1+2

  1. Tag

 

41 Tage, sagt Brigitte, 41 Tage soll dieser Trip dauern. Ich habe effektiv 2 Stunden Zeit zum Packen. Denn am Morgen habe ich den VW Bus von Jürgen geholt und um 15.00 soll ich schon in Richtung Kiel losfahren. Und es klappt, ohne allzu große Hektik. Die Charity-Sachen hatte ich schon vorher in große Kartons gepackt und beschriftet. Bleiben nur die persönlichen Sachen und das ist überschaubar. Etwas Unterwäsche, Medizin was man so hat, zwei mal Wechselsachen und etwas für kältere Tage. Und insgesamt darf es nicht mehr als 23 Kilogramm sein, denn die Rückfahrt soll mit dem Flugzeug stattfinden.

Komisch, aber alles klappt. Pünktlich komme ich in Kiel am Fährhafen an. Zwei-drei Teilnehmer kenne ich schon. Es sind 12 Motorräder mit 14 Personen. Dazu Jürgen mit dem Motorrad und meine Wenigkeit. Eine recht große Gruppe für solch eine weite Fahrt. 

Nach gefühltem sehr langen Warten werden wir endlich auf das Schiff gelassen. Um 21.00 gibt es Abendbrot. Danach bin ich kaputt und will nur schlafen. Die letzten Tage machen sich bemerkbar. Viel körperliche Arbeit fordert ihren Tribut.

 

2. Tag.

 

Obwohl das Frühstück landestypisch ist, bleibe ich bei meinem Lieblingsessen: Haferschleim (Kascha)! Lecker! Den Rest des Tages verbringe ich mit Schlafen. Endlich ausschlafen. Gegen 15.00 hat Jürgen ein Besuch der Brücke ermöglicht. Inzwischen ist er schon so oft mit diesem Schiff gefahren, dass es den Stuart persönlich kenn, der alles organisiert. Danach ist wieder Langeweile angesagt, die ich mit lesen, endlich mal wieder lesen!, ausfülle. Weil das Schiff keinen Fahrstuhl besitzt müssen wir die enge Treppe vom 6. Stock bis in den Keller mit dem Gepäck benutzen. Aber irgendwie gehrt auch das. Die Fähre ist eigentlich für den Transport von Neufahrzeugen gebaut worden und erst nachträglich mit Kabinen für Passagiere versehen worden. Nur die Fahrstühle ließen sich nicht mehr einbauen. Aber irgendwann sind wir vom Schiff. Es geht durch Litauen in Richtung Norden, auf der Autobahn. Wir fahren an Nimmersatt, dem nördlichsten Punkt des Deutschen Reiches in Ostpreußen, vorbei. Gegen 21.00 Uhr kommen wir in Libau/Lipaja im Hotel in Lettland an und werden sofort zum Abendessen gebeten. Dann beginnt der normale „Urlaub“. Während die Teilnehmer in der Hotellobby ihre Erfahrungen austauschen sitze ich im Zimmer und schreibe. Natürlich werden auch in diesem Jahr grammatikalische und Rechtschreibfehler in den Texten sein, aber Kritiker dürfen gerne mal mit mir mitkommen. Das ist also für die nächste Zeit der tägliche Alltag. Trotzdem mache ich noch einen kleinen Abendspaziergang und hoffe, dass die Bilder verwertbar sind. Mitternacht ist auch für mich Ende!

 

Abenteuer 2018-19

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Fazit -Fazit

Petra wollte mit mir fahren. Entspannt habe ich die Route grob geplant, so dass ich die eine oder andere Sehenswürdigkeit in der Gegend nochmal sehe. Mir war sehr wohl bewusst, dass ich für das Gebiet der russischen Föderation die Verantwortung für Petra habe. Dieser Verantwortung wurde ich nicht immer gerecht, da war ich zu leichtgläubig! Andererseits konnte ich ihr Einsichten in das Leben vermitteln, die so nur wenige Menschen, die diese Gegenden oder das Land bereisen, erhalten können. Den Vorwurf über mangelndes Interesse bei der Planung und Vorbereitung kann ich ihr nicht ersparen. Ich hatte schon erwartet, dass wir auf der Anreise-Fähre die Navigationsgeräte wenigstens koordinieren. Schockierend war auch, dass beim Abendbrot die Route für den nächsten Tag nicht geplant werden darf, sondern sich erholt werden muss. Dass sie nicht so belastbar ist, ging in der Zeit unserer Bekanntschaft vor der Reise nie so aus den Gesprächen hervor. Das hatte ich unterschätzt und brachte mich oft in Verlegenheit. Ob ich die Tour wieder mit ihr machen würde wurde ich gefragt. Diese Frage ist Quatsch. Beide haben wir uns in diesen Tagen verändert. Beide würden wir jetzt anders an die Reise herangehen. Insofern ist, um die Frage zu beantworten, zunächst eine Reise zu planen!

Abenteuer 2018-19

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Vieles kannte ich schon dank der Reisen mit Jürgen Grieschat (www.mottouren.de). Dadurch viel es mir leichter, die Ziele des heutigen Tages auszuwählen. Salapils wollte ich unbedingt sehen. Es ist immer wieder beeindruckend am Metronom zu sitzen und über den Park mit den Skulpturen zu schauen. Sapere aude ist ein lateinisches Sprichwort und bedeutet „Wage es, weise zu sein!“ Auch heute gibt es zu viele hochgebildete „Befehlsempfänger“, die unfähig sind sich mit ihren eigenen Gesetzen zu beschäftigen. Auch der Statthalter von Riga war „nur Befehlsempfänger“ und setzte die Beschlüsse der Wannsee-Konferenz durch, ohne dass es dazu eine gesetzliche Bestimmung gab.

Zweite Station ist der Kontrapunkt: Rundäle Pils. Als Livland russisch wurde war es modern, sich hier nach dem Vorbild der Deutschen ein kleines Sommerhäuschen oder Herrenhaus hinzusetzen. So setzte sich der russische Statthalter mal eben dieses Schloss im Rokoko und Barock hin. Heute zählt dieses „Versailles des Nordens“ zu den bedeutendsten Baudenkmälern Lettlands. Bescheiden hat das Schloss 138 Zimmer auf gut 7000 m² Wohnfläche. Im Park stehen über 300 000 Linden.

Dann ging es weiter. Alle Leute in Deutschland schimpfen über Grenzkontrollen. Aber wenn ich erzähle, dass die Grenzen im Baltikum genauso sind wie zwischen Deutschland und Österreich, dann werde ich müde belächelt. Na gut, machen wir eben einen Stopp um das zu genießen. Wird ja bald wieder anders sein, wenn wir nach Königsberg bzw. Kaliningrad reinfahren.

Den Berg der Kreuze zu erklären geht weit in den katholischen Glauben und die Gefühlswelt in Sarmatien hinein. Man kann es auch einfach auf sich wirken lassen, wenn man möchte. Diese Stätte ist so bedeutsam, dass alles für den kommenden Papst-Besuch in wenigen Wochen vorbereitet wird. Johannes Paul (Woitila) war 1993 hier und jetzt besucht Franziskus das Baltikum anlässlich des 100. Jahrestages der ersten Unabhängigkeit.

Danach müssen wir „Strecke machen“ ca. 200 km Autobahn ohne eine Raststätte oder Parkplatz. Zum Glück haben wir kurz vorher getankt. Es ist schon spät (18 Uhr) und Petra möchte in das Hotel. Aber bei 25 Grad und keine Wolke am Himmel muss man die Zeit nutzen. Also fahren wir noch zum geografischen Mittelpunkt Europas. Wer das nicht glaubt darf sich mal eine Europa-Karte vornehmen (ist in Deutschland nicht leicht zu bekommen!). Na gut, man hätte heute noch mehr machen können, aber es geht auf dieser Reise darum, einen Einblick in diese Länder zu erhalten. Reisen mit dem Motorrad ist nun mal sehr harter Sport und verlangt eine intensive und lange Vorbereitung was Kultur, Sehenswürdigkeiten und Straßenverhältnisse angeht. Oder man bucht (für viel Geld) einen Guide!

Abenteuer 2018-19

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ZwanzigTage Urlaub in einem Stück, davon träumen in Deutschland viele Menschen. Manche von ihnen können oder  wollen nicht verreisen. Ich sitze hier und weiß nicht, wie ich es schaffe mir alles Interessante und Sehenswert anzusehen. Zu viel möchte ich sehen aber die Zeit reicht nicht aus. Na ja, für die übliche Touristen-Meile hat es heute wieder gereicht. Um das „Nachtleben“ zu genießen liegt das Hotel zu weit vom Zentrum entfernt. Außerdem soll es morgen den ganzen Tag kräftig regnen. Da gilt es schon am Nachmittag die Sachen gut zu verpacken. Es ist zwar morgen nur eine kurze Strecke von ca. 300 km, aber das kann schon reichen, dass alle Sachen im BMW Koffer nass sind. Und wir haben keinen Ruhetag mehr. Aber jetzt geht es Schlag auf Schlag!

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Ich hätte beinahe verschlafen, komme aber pünktlich kurz vor 9 Uhr zum Frühstück. Es hatte ein wenig genieselt, so dass wir zum Europa-Park fahren können. Auf ca. 50 ha stehen hie 100 Skulpturen verschiedener Künstler aus aller Welt. Ein wenig die Seele baumeln lassen, denn die Skulpturen lassen viel Spielraum für Gedanken offen. Durch herrliche und kurvenreiche Straßen geht es die ersten 80 km bis zur Autobahn. Dann fängt der erwartete Regen an. Wir müssen eine Wetterfront von über 100 km durchqueren, in der einiger Regen fällt. Deswegen lassen wir Tauroggen aus. Das Denkmal könnte ich aus dem Kopf nicht wiederfinden und weil das Interesse eher mäßig war, habe ich mich auch nicht sachkundig gemacht. So bleibt dieses Symbol deutscher Zivilcourage und Verständigung über geistige, militärische und politische Grenzen hinweg zum Wohle von tausenden Menschen in meinem Gedächtnis. Zweimal war ich schon da und jedes Mal war ich erfreut über den Obelisk, den die Nachkommen der Feldherren York und Diebitsch hier aufstellen haben lassen. Wenn ich sage, dass wir den Rhythmus gefunden haben, dann gehört auch die abendliche Streckenplanung für den nächsten Tag dazu. Weil aber auf der heutigen Strecke nicht viel los ist und morgen der Höhepunkt dieser Tour sein soll, checken wir um 16 Uhr im Hotel in einem Vorort von Kleipeda ein und beginnen die Vorbereitungen. Gegen Abend gehört ein Kurzbesuch des Zentrums von Memel dazu. Auf dem Theaterplatz singen wir zwar nicht das Lied vom Ännchen von Tharau, aber lassen es uns gut gehen.

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Entspannt genießen wir das Frühstück. Eine kleine Wetterfront soll uns heute am Nachmittag für 2 Stunden lahmlegen. Aber entspannt fahren wir durch die Altstadt von Memel/Kleipeda und brachen an der Fähre zur Nehrung nicht warten. Auf der anderen Seite genießen wir die Landschaft. Die 50 km bis zur Grenze fahren sich schön. Als Lübecker gehört es dazu, im Grenzort Nidden/Nidda das Sommerhaus von Thomas Mann zu besuchen. Wie nicht anders zu erwarten ist gerade eine deutsche Reisegruppe eingetroffen, der wir uns anschließen.

Unmittelbar nach der Grenze, deren Übertritt überraschend schnell in etwas mehr als ½ Stunde dauert, fängt der Regen an. Die Besichtigung der großen Düne fällt damit buchstäblich „in das Wasser“. Völlig durchnässt erreichen wir nach weiteren 40 km das Ende des russischen Nationalparks. Seltsamerweise hat es hier kaum geregnet. Es macht keinen Sinn, die 40 km zurück zu fahren um die Düne zu sehen. Also fahren wir nach Königsberg/Kaliningrad. Das Hotel ist ein IBIS und recht gut. Nach dem Akklimatisieren treffen wir uns kurz vor 20 Uhr zum Bummel und Abendessen. Es ist viel los, an diesem Sonntagabend. Trotzdem wirkt diese Stadt auf uns trostlos und unorganisiert. Als ich erzähle, wo das Schloss gestanden hat, welches einst der Glanz Preussens und Deutschlands war, ist die Nachdenklichkeit groß. Seit über 20 Jahren steht auf dem planierten Gelände eine Hochhaus-Bauruine. Wir essen im deutschen Restaurant zu Abend. Leider ist kein deutscher Gast anwesend. Bereits kurz nach 22 Uhr sind wir wieder im Hotel. Dort erreicht mich der Anruf der Rezeption. Bei der Durchsicht der Meldeunterlagen hat das Hotel festgestellt, dass Petras Visum nur noch heute gültig ist. Zunächst nehme ich es als Scherz und rechne mit der Kulanz der Behörden. Trotzdem rufe ich sicherheitshalber die Notfallhotline der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau an. Deren Auskünfte veranlassen uns sofort alle Sachen zu packen und das Land noch vor 24 Uhr zu verlassen. Diese Geschichte gehört zu den größten Abenteuern meines Lebens! Das Glück ist uns hold und wir erreichen mit Benzin für 20 km und weniger als 5 Minuten vor Mitternacht die polnische Grenze.

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Da stehen wir nun. Bis zum nächsten kleinen Ort sind es 15 km. Benzin reicht für 20 km. Die Kontrolle auf polnischer Seite war sehr streng, denn wer kommt „auf dem letzten Drücker“ noch über die Grenze?! Wir haben kein polnisches Geld und können nicht telefonieren. Also los. Im Ort gibt es zwei Hotels. Beim ersten klopfen wir die Nachtwache raus und werden abgewiesen. Beim zweiten haben wir mehr Glück.

Der Rest ist schnell erzählt. Meine Kreditkarte ist gesperrt worden. Zum Glück habe ich noch die Visa-Card und kann tanken. Bei schönem Wetter gehen wir auf die Strecke. In der Nähe von Elbing/Elblag trennen wir uns. Ich habe von vornherein keine Lust gehabt noch eine Übernachtung in Danzig zu machen. Die 800 km von der Grenze bis nach Hause kann man auch in einem Stück durchfahren. Petra bleibt in Danzig. Sie will noch was erledigen. Anscheinend war die gesamte Tour für sie sehr anstrengend, denn sie muss danach noch einmal Zwischenübernachten. Ich komme mit vielen Pausen nachts um 22.30 zu Hause an. Wie immer nach solchen Touren bin ich „etwas“ durchgefroren, denn die letzten 100 km hatte es wieder geregnet. Tja, das wars denn auch!

   

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